Chronik
 

1100 Zeppenheim und Einbrungen urkundlich erwähnt.
1144 Wittlaer urkundlich erwähnt.

Erste urkundliche Erwähnung Wittlaers: König Konrad III. bestätigte dem Kanonissenstift Vilich bei Bonn alle Rechte und Besitzungen, darunter im Dorf Wittlaer „eine Kirche mit dem ganzen Zehnten, zwei Fronhöfe und außerdem noch 14 (dienst- und zinspflichtige) Hofstellen". Die hier genannte Kirche (St. Remigius) war vermutlich zu dieser Zeit bereits Pfarrkirche.

1167 Otto von Heltorf als Besitzer des gleichnamigen Schlosses      bei Wittlaer urkundlich erwähnt.
1167 Die Herren von Kalkum (Calicheym, Calichem) urkundlich       erwähnt.
1176 Zweite Erwähnung Einbrungens. Die erste Erwähnung erfolgte bereits in einer nicht datierten Quelle zwischen 1090 und 1120.
1183 Das Stift Vilich erwarb den Wildbann und damit die freie Verfügung über den Vilicher Wald Buchinverlo (Dicker Busch) in Wittlaer.
1195 Päpstliche Bestätigung aller Rechte und Besitzungen für das Stift Vilich wie 1144
1200 ca. St. Remigius Kirche erbaut
1213

Das Stift Vilich kaufte Land in Wittlaer und ließ es dann mit großen Kosten roden und urbar machen.

1236 Hochaltar für die Kirche in Kalkum gestiftet.
1247 Erste Erwähnung der oberen Mühle, der sog. „Pfaffenmühle", in Einbrungen. Sie war in geistlichem Besitz und gehörte zum Stift Kaiserswerth
1265 Kalkumer Mühle urkundlich erwähnt.
1282 Zweite Erwähnung Winkelhausens. Die erste Erwähnung erfolgte bereits in einer nicht datierten Quelle aus der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts
1310 Erste urkundliche Erwähnung von Bockum. Hier besaß das Stift St. Gereon zu Köln umfangreiche Besitzungen. Dreizehn Höfe im Kirchspiel Wittlaer waren von ihm abhängig
1332 Mühle zu Einbrungen als Besitz des Stiftes Kaiserswerth urkundlich erwähnt.
1360 Peter von Kalkum (Calicheym) wird bergischer Hofmeister.
1392 Erste Erwähnung des Kunigundengutes in Wittlaer, das sich im Besitz des Stiftes St. Lambertus in Düsseldorf befand. Auf dem Gelände steht heute Haus Blank, Pastoratsweg 30
1398 –1402 Erste Kalkumer Fehde gegen die Stadt Köln.
1404 Zweite Kalkumer Fehde gegen die Stadt Köln. Rittersitz Kalkum niedergebrannt.
1406 Zweite Fehde beendet.
1431 Erste Erwähnung der St. Sebastianus Bruderschaft in einem Bericht des Pastors Jacobus Mitteldorpff über die Fronleichnamsprozession von Wittlaer. Danach begleiteten die Schützen die Prozession von der Kirche aus über Bockum nach Groß‑Winkelhausen und zurück.
1434 St.Sebastianus - Bruderschaft Kalkum urkundlich erwähnt.
1436 Bericht über die Fronleichnamsprozession im Pfarrdorf Wittlaer von Pastor Jacobus Mitteldorpff, der uns in einer Abschrift aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts erhalten geblieben ist.
1437 Erste Erwähnung der Kaldenberger Hofes in Einbrungen, auch Hof zu Einbrungen genannt.
1443  Rittersitz Kalkum geht auf die Herren von Winkelhausen über.
1451 Erster Nachweis über das Bockumer Hofgericht. Eine Aufzählung aus diesem Jahr nennt 13 Höfe im Kirchspiel Wittlaer, die zu diesem Gericht gehörten: Hannesplatz (Platzgut), Junggesellengut, Sibels, Sibelkens, Kevers (Schmitzgens), Alte Gate, Morren (Meifels), Stremen (Striemen, Clouten), Gumpers (Ellers, Kessels), Rosenwaldt, Dinklaken, Calchemsgut (Stecken) und Auf der Gaten (Beek). Die Aufgaben des Hofgerichts waren u.a. das Einsammeln von Zinsen und Abgaben sowie das Testieren von Veräußerungen.
1464 Erste Erwähnung des Wingartsguts zu Wittlaer, das dem Herzog Gerhard von Jülich Berg und seiner Gattin Sophia von Sachsen gehörte. Das Gut lag auf dem Gelände „Auf der Schanz" nördlich des Melbeckhofes.
1472 Hofgericht Bockum tagt auf dem Stiftshof, später in Ratingen,dann "in der Heggen"in Wittlaer (Melbeckshof).
1520 Erste Erwähnung des Clutenhofs in Bockum, der sich im Kaiserswerther Stiftsbesitz befand.
1597 Patronat in der Pfarre Kalkum geht auf das Stift Kaiserswerth über.
1609 Grabstein Johann von Winkelhausen in der Kalkumer Kirche.
1615 Die ersten Evangelischen Wittlaerer
1613 Kalkumer Mühle geht in Erbpacht an die Herren von Winkelhausen.
1618 Erste Erwähnung des Hofes zu Bockum, der dem Landesherrn gehörte
1635

Die Kalkgilde zu Wittlaer, ein vertraglicher Zusammenschluß von Kalkschiffern, Kalkbrennern und Kalkkaufleuten, wurde wahrscheinlich in diesem Jahr gegründet. Jährlich am ersten Sonntag nach Neujahr versammelte sich die Gilde in Wittlaer im Hause von Paul Heckermann (heute Brands Jupp).

Der Dreißigjährige Krieg machte auch vor Wittlaer nicht halt. Aus dem Jahre 1635 ist z.B. folgendes bekannt: Plünderungen der Höfe, Mißhandlungen und Gefangennahme von Bewohnern. Ein Kriegsschiff lag längere Zeit vor Bockum. Die Bockumer Fischer sollten ihre Nachen abgeben und die Soldaten kostenlos versorgen.

1649 Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm schenkte den Jesuiten in Düsseldorf das zwischen Wittlaer und Kaiserswerth gelegene Werth, auch Galgenwerth oder Wittlaerer Werth genannt, zur Aufbesserung ihrer Einkünfte.
1662 Friedrich Christian von Spee erbt von seinem Schwiegervater von Scheidt – Wechspfennig Schloß Heltorf.
1672 Herzog Philipp Wilhelm ernennt Friedrich Christian von Spee zum Kriegskommissar der gesamten Bergischen Miliz.
1675 Erste Erwähnung der Wittlaerer Schule
1688 Pfarre Kalkum erhält Lohausen, Kreuzberg und Rath zugeteilt.
1703 Gräfin von Winkelhausen heiratet Graf von Hatzfeldt – Wildenburg – Weisweiler.
1703 Filialkirche Angermund von der Pfarre Kalkum abgetrennt.
1708 Die Pfarrkirche St. Remigius erhielt einen neuen Hochaltar
1712 Beendigung des Prozesses gegen die Räuber und Mörder des Siechenhauses am Froschenteich. Noch im selben Jahr wurde der Abriß des dortigen Siechenhauses durch Kurfürst Johann Wilhelm verfügt.
1739 Das Adelsgeschlecht von Winkelhausen erlosch in der männlichen Linie, als Karl Franz Graf von Winkelhausen unverheiratet starb. Erbin wurde seine Schwester Isabella Johanna Maria, die mit Edmund Florenz Cornelius Graf von Hatzfeldt Wildenburg  Weisweiler verheiratet war. Der gesamte Familienbesitz Winkelhausen ging damit in den Besitz der Grafen von Hatzfeld-Wildenburg-Weisweiler über, zu dem auch Schloß Kalkum gehörte.
1748 Johann Peter Langer als Sohn des Schloßgärtners in Kalkum geboren. Seit 1790 Direktor der Kunstakademie Düsseldorf.
1768 Die Landesregierung kaufte das zwischen Wittlaer und Kaiserswerth gelegene Wittlaerer Werth von den Jesuiten zurück.
1781 Franz Josef Anton von Spee geboren. Diente als hoher Beamter in Düsseldorf der bayrischen, französischen und preußischen Regierung.

Das außergewöhnliche Rheinhochwasser überschwemmte die Dämme und verwandelte die Felder zwischen Bockum, Mündelheim und Huckingen in einen riesigen See.

1795 Johann Wilhelm Heinzen wurde zum Pfarrer in Wittlaer ernannt. Pastor Heinzen erwarb sich überaus große Verdienste um des Schulwesen. Sogar König Friedrich Wilhelm von Preußen sprach ihm in einem Kabinettsschreiben seine Anerkennung aus. Von 1821 bis zu seinem Tod 1840 war er als Pfarrer an St. Lambertus in Düsseldorf tätig.
1799 Außergewöhnlich starkes Hochwasser im Februar. Die Bewohner von Mündelheim, Serm, Huckingen und Lohausen flohen mit ihrem Vieh in die höher gelegenen Orte Wittlaer und Bockum. Auch zahlreiche Häuser in Bockum standen unter Wasser, einige wurden total zerstört.
1802

Anstellung des ersten geprüften Lehrers Wenzel Wotruba in Wittlaer.

Fertigstellung des neuen Pfarrhauses am heutigen Pastoratsweg. Treibende Kraft für den Neubau war Pastor Johann Wilhelm Heinzen.

Aufhebung des Stiftes St. Gereon in Köln. Die Besitzungen des Stiftes in Bockum wurden konfisziert und an Privatpersonen veräußert.

1804

Aufhebung des Stiftes Vilich.

Die ersten exakten Karten (sog. Urkataster) von Wittlaer, Bockum und Einbrungen sind im Auftrage der französischen Regierung fertiggestellt worden. Anlegung eines neuen Friedhofes an der heutigen Bockumer Straße.

1806 Schloß Kalkum wird umgebaut.
1808 Maximilian Weyhe beginnt mit der Anlage des Schloßparkes in Kalkum.

Verkauf des Wittlaerer und Verloer Hofes an den Grafen von Spee

1809

Einführung des französischen Franc im Großherzogtum Berg und damit auch in Wittlaer, Einbrungen und Bockum.

Aufhebung der Kalkgilde durch die napoleonische Verwaltung
1814 Letzte Pferdejagd in den Wäldern zwischen Düsseldorf und Duisburg. Wildpferdegestüt aufgelöst.
1815 Preußen nahm das Großherzogtum Berg in Besitz (Rheinprovinz)
1816

Bildung des Landkreises Düsseldorf, zu dem auch Wittlaer, Einbrungen und Bockum gehörten.

Das erste Dampfschiff auf dem Rhein.

1829 Verkauf des Wittlaerer Hofes an Heinrich Waldbröhl
1832 Cholera um Wittlaer
1833 Mit der Erhebung Huckingens zur selbständigen Pfarrei verlor die Pfarre Wittlaer einen Teil ihres Pfarrgebietes, nämlich Großenbaum
1838

Im Januar fror der Rhein zu. Die Bewohner von Nierst kamen zu Fuß über den Rhein zum Besuch der Messe in Wittlaer.

Vertrag zwischen dem Möbelschreiner Wilhelm Bellut aus Bilk und der Pfarre Wittlaer zur Herstellung eines neuen Hochaltars für die Kirche.

1839 Johann Wilhelm Schirmer wurde zum Leiter der Landschaftsklasse der Düsseldor­fer Akademie berufen. Von ihm stammen wohl auch die frühesten bildnerischen Darstellungen unserer heimatlichen Umgebung: „Die Lintorfer Heide" und „Der Kalkumer Wald".
1845 Hochwasser am Niederrhein. Bockumer Bauern flüchten mit Familie und Vieh in das höher gelegene Wittlaer.
1848

Extrem niedriger Wasserstand des Rheins im Januar. Alle Brunnen in Wittlaer und Bockum waren ohne Wasser.

1852

Seit einigen Jahren arbeiteten Kinder aus Wittlaer, Bockum und Einbrungen in Kaiserswerth in Zigarettenfabriken und am Webstuhl. 1852 wurde auch der erste Webstuhl in Wittlaer aufgestellt.

Die Personenpost zwischen Düsseldorf, Kaiserswerth und Huckingen durfte an folgenden Haltepunkten Reisende aufnehmen. in Wittlaer „am Jäger" beim Wirt Bertrams und „am Froschenteich" beim Wirt Hermann Schauf.

1853

Ein nächtliches Unwetter mit Hagelschlag. In der Wittlaerer Kirche gingen 80 Scheiben zu Bruch. Große Verheerungen auf den Feldern, besonders am Dicken Busch und dem Verloer Hof.

Familie Peter Jaegers aus Bockum wanderte nach Amerika aus. Der Bruder Johann des Peter Jaegers war schon einige Jahre zuvor ausgewandert.

Große Trockenheit und Kälte gegen Ende des Jahres. Alle Brunnen waren ohne Wasser. Am 30. Dezember war der Schnee bis zu 3 Meter hoch.

Farblithographie „Gasthaus in Wittlaer" (heute „Brands Jupp") von August von Wille. Die Düsseldorfer Maler entdeckten das reizvolle Dörfchen Wittlaer und die           hiesige typische Niederrheinlandschaft.

1853 Seit November bis Jahresende starker Frost. Alle Brunnen ohne Wasser. Am 3. Dezember 3 Meter Schnee.
1855

In Wittlaer, Bockum und der weiteren Umgebung wurden Bohrversuche nach Steinkohle durchgeführt.

Der Besitzer des Wittlaerer Hofes verkaufte das Grundstück „An der Schanz" an ein Konsortium, das an dieser Stelle ein Hüttenwerk bauen wollte. Auf diesem Gelände steht heute das Duisburger Wasserwerk.

Gründung der „Ruhrorter Bergbau und Hüttengesellschaft". Diese Aktiengesell­schaft mit Sitz in Ruhrort wollte eine Hochofen Anlage in Wittlaer bauen sowie           Steinkohlefelder kaufen und abbauen.

 
1855 Ruhrorter Bergbau- und Hüttengesellschaft will mit einem Kapital von über 600000 Talern Hochöfen bei Wittlaer bauen.
1856 Das Projekt einer Hochofen Anlage in Wittlaer, „das so lange die Einwohner beschäftigte", wurde aufgegeben.
1858

Infolge des sehr niedrigen Rheinwassers hatten die Brunnen in Wittlaer und Bockum mehrere Monate kein Wasser.

Gründung des Deichverbandes Bockum, Serm, Mündelheim.

1868 Der Gemeinderat von Bockum, lehnte die Einstellung einer weiblichen Lehrkraft für die Schule einstimmig ab.
1872 Gründung des Kirchenchors St. Cäcilia. Der Wittlaerer Pfarrer Franz Frank gab 1872 bekannt, einen Verein zu gründen, der sich der Pflege des kirchlichen Gesangs annehmen sollte. Am 10. Februar 1873 kam ein Gesangverein zustande,           der aus folgenden Personen bestand: Pfarrer Frank, Protektor, Lehrer Schulte, Dirigent, Peter Bertrams, Josef Blomen-kamp, Josef Brand, Carre, Jacob Kremer,Johann Dahmen, Paul Gries, Wilhelm Hagen, Hermann Issel, Anton Jägers, Andreas Lobeck, Franz Peters, Johann Santen, Johann Siepenkothen, Johann Schrnitz, Heinrich Zensen, Laurenz Rütten.
1874 Die Preßspan und Pappenfabrik „Stöcker und Kuhlen" („Papiermühle") in Einbrungen nahm ihren Betrieb auf.
1878

Ein 10 bis 15 Sekunden dauerndes starkes Erdbeben erschütterte Wittlaer und das Niederrheingebiet im August des Jahres. Ein zweiter, weniger heftiger Erdstoß folgte fünf Minuten später, ein drittes Beben nach anderthalb Stunden.

1892 Planung einer Straßenbahn durch Wittlaer
1894

Änderung der Pfarrgrenzen, die den Grenzen der Zivilgemeinden angepaßt wur­den. Die Pfarre Wittlaer verlor durch diese Grenzregulierung die Höfe Böckum und           Kesselsberg sowie die Sandmühle an die Pfarre Huckingen und im Dorf Rahm zwei Häuser an die Pfarre Angermund. Die Pfarre Wittlaer gewann in Einbrungen den Besgeshof oder  Wassenbergerhof, die angrenzende Mühle sowie die Häuser im Einbrunger Feld.

Der Maler Arthur Kampf, Professor an der Kunstakademie in Düsseldorf, kaufte den Honnenhof in Bockum vom Ackerer Caspar Velder.

1896 Gründung des Spar- und Darlehenskassenvereins Wittlaer-Bockum
1897

Im Rahmen einer Flurzusammenlegung, überwiegend in der Gemeinde Bockum, wurden die Felder neu verteilt.

1899 Bei der Posthilfsstelle Bockum wurde der Telegraphenbetrieb und Unfallmeldedienst eingerichtet.
1900 (ca.) Düsselthaler Anstalten (Graf – Recke – Stiftung) verlegen ihre Heime aus Düsseldorf nach Einbrungen. Neu – Düsselthal, Reckestift, Lindenhof.

Eröffnung der Kleinbahnstrecke zwischen Düsseldorf und Duisburg. Wittlaer wurde dadurch an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen. Die Fahrten der Personenpost  wurden auf der Strecke zwischen Düsseldorf, Kaiserswerth und Huckingen mit der Eröffnung des Bahnverkehrs eingestellt.

Der Maler Professor Arthur Kampf, der einem Ruf an die Königliche Akademie der Künste in Berlin gefolgt war, verkaufte den Honnenhof in Bockum an den Düssel          dorfer Fabrikbesit-zer Franz Sievert.

 

1901 Max Clarenbach bezieht Atelier in Wittlaer
1902

Die Düsselthaler Anstalten (Graf-Recke-Stiftung) bezogen im Rahmen der Verle­gung ihrer Heime aus Düsseldorf den Lindenhof in Einbrungen. Beginn des land wirtschaftlichen Erziehungsheimes „Lindenhof". Der damalige Wittlaerer Pastor Franz Frank schrieb zu diesem Ereignis: „In Folge dieses Verkaufs (des Lindenhofs an die Anstalten) scheidet Wittlaer aus dem Kreise der rein katholischen Pfarreien für immer aus."

Im Oktober wurde der Unterricht im neuerbauten Schulgebäude am heutigen Mel­becksweg aufgenommen.

 

1905 Anfang des 20. Jahrhunderts begann die Verlagerung der Stiftung nach Wittlaer. 1905 wurde das Recke-Stift als handwerkliches Erziehungsheim gebaut, und drei Jahre später konnten das Kinderheim Neu-Düsselthal sowie die Kirche eingeweiht werden.
1906 Auf Anregung des Kaiserswerther Bürgermeisters Derpmann wurde die Freiwillige Feuerwehr Wittlaer-Bockum gegründet. Sie zählte über 20 Mitglieder und hielt ihre Übungen in Einbrungen auf den Spielplätzen des Schulhofs ab.
1907

Von der elektrischen Zentrale in Kaiserswerth wurde eine Leitung über Einbrungen nach Wittlaer und Bockum verlegt, die den Bewohnern elektrisches Licht und elek­trische Energie brachte.

Baubeginn des zu den Düsselthaler Anstalten (Graf-Recke-Stiftung) gehörenden Kinderheims „Neu-Düsselthal" mit Kirche und Lehrerhaus.

1910

Im Sommer wurde die Pfarrkirche St. Remigius durch den Angermunder Kirchen­ und Historienmaler Heinrich Nüttgens von neuem ausgemalt. Die alten Malereien waren zum Teil vollständig verblaßt.

1912

Inbetriebnahme des Duisburger Wasserwerks in Bockum. Mit dem Wasserwerk entstand auch eine neue Siedlung für die Mitarbeiter.

1913

In Wittlaer wurde mit der Verlegung von Wasserleitungen begonnen, und zwar zunächst bei den Häusern an der Landstraße (heute Duisburger Landstraße), da die dortigen Brunnen meist trocken waren.

Hans Müller-Schlösser, Autor des „Schneider Wibbel", wohnte für kurze Zeit in Wittlaer im Haus Marianne an der Bockumer Straße. Das Haus in Höhe der Num­   mer 34 wurde 1996 abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.

1915 Einquartierung von deutschem Militär in Wittlaer und Bockum
1916

Kriegsgefangene, überwiegend Franzosen, wurden zu Arbeiten in der hiesigen Landwirtschaft herangezogen.

1918 Bilanz des Ersten Weltkriegs: 37 gefallene Soldaten aus Wittlaer und Bockum.
1920 Zweithöchstes Hochwasser dieses Jahrhunderts: Sämtliche Keller und die meisten Straßen Kaiserswerths standen unter Wasser
1921 Im Rahmen der Ruhrbesetzung besetzten französische Soldaten Wittlaer und Bockum
1922 Enthüllung und Einweihung des Kriegerdenkmals neben der Kirche
1926

Jahrhunderthochwasser des Rheins mit einem Pegel von 11, 10 Metern. Kaisers­werth stand unter Wasser. Auch in Wittlaer und Bockum stand in einigen Häusern das Wasser, teilweise bis zu achtzig Zentimetern in den Wohnräumen.

Inbetriebnahme des Schnellbahnverkehrs zwischen Düsseldorf und Duisburg (Linie D) auf eigenem Gleiskörper mit vierachsigen Großraumwagen. Haltestellen wurden in Wittlaer (Einbrunger Straße) und am Froschenteich eingerichtet.

Im Herbst wurden von den Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerken Gasrohre verlegt.

1927

Franzjosef Klemm, der als erfolgreicher Porträtmaler weit über den Niederrhein hinaus bekannt war, bezog sein Haus in seiner Wahlheimat Wittlaer am Hecken­weg.

Fertigstellung des ersten Bauabschnitts der „Neuen Siedlung" am Eingang von Wittlaer Ecke Duisburger Landstraße und Bockumer Straße. Diese Siedlung kam    auf Initiative des  Wittlaerer Pastors Franz Vaahsen zustande. Der zweite Bauab­ schnitt wurde 1929 fertig-gestellt.

Erste Tankstelle in Bockum vor dem Lebensmittelgeschäft Bünten (heute Hußmann).

1929

Kaiserswerth und Lohausen sowie Teile von Einbrungen (Flur II) wurden nach Düsseldorf, Teile von Bockum (Flur 1) mit den Holtumer Höfen nach Duisburg eingemeindet. Die restlichen Dörfer der ehemaligen Bürgermeisterei Kaiserswerth Wittlaer, Bockum und Kalkum wurden dem neugegründeten Amt Ratingen, dem späteren Amt Angerland im Landkreis Düsseldorf-Mettmann, zugeteilt.

Inbetriebnahme des Duisburger Wasserwerks „Auf der Schanz" in Wittlaer.

1930

Bildung der Großgemeinde Wittlaer mit den Ortsteilen Bockum, Einbrungen, Froschenteich, Kalkum und Zeppenheim.

1932

Auf Initiative der Stadt Duisburg, die umfangreiche Ländereien in Wittlaer gekauft hatte, wurde ein Bebauungsplan zur völligen Umgestaltung des Ortes vorgelegt.

Danach sollten 3 km Straßen entweder neu angelegt oder die vorhandenen ausgebaut und teilweise begradigt werden. Die Straßenbreite sollte zwischen 10,50 und 14 Metern betragen. Für dieses unangepaßte Großprojekt wurde ein Fläche von 20 Mor­   gen benötigt. Nicht nur die Wittlaerer Bürger, sondern auch Persönlichkeiten des           öffentlichen Lebens machten gegen diesen „Wahnsinnsplan" (Prof. Richard Klap­   heck) Front. Die zahlreichen heftigen Proteste ließen den Plan schließlich scheitern.

1934 Die Preßspan- und Pappenfabrik in Einbrungen stellte ihren Betrieb ein
1936

Der Reichssender Köln sendete eine Reportage einer Deichschutzübung der Freiwilligen Feuerwehr Wittlaer in Bockum.

Das Wittlaerer Gemeindehaus wurde fertiggestellt und bezogen. In ihm war die Freiwillige Feuerwehr Wittlaer, der NSV-Kindergarten, eine Nebenstelle der Amtssparkasse Ratingen, die NSV-Bücherei, eine Jugendherberge, Räume für die HJ und den BDM sowie die Geschäftsstelle der NSV (Nationalsozialistische Volkswohlfahrt) untergebracht.

1939

Aufhebung der Anlegestelle „Wittlaer" der Köln‑Düsseldorfer. Letzte Dampferfahrt der „Stadt Düsseldorf" zur Anlegestelle „Wittlaer" am Karfreitag.

Einquartierung deutscher Soldaten in Wittlaer.

1939-1945

Kriegszeit in Wittlaer                                        Kriegstagebuch

1944 Pastor Franz Vaaßen, Wegbereiter der modernen sakralen Kunst in der Wittlaerer Kirche St. Remigius und Gegner des Nazi-Regimes, starb nach Gefängnisaufenthalt am 2. Oktober im Alter von fast 63 Jahren.
1945

Gauleiter Florian ordnete im März die totale Räumung einiger Städte und Gemeinden an, darunter auch Wittlaer und Bockum.

Bilanz des Zweiten Weltkrieges: Wittlaer hatte 23 durch Kriegseinwirkung getötete Zivilisten und 80 gefallene Soldaten zu beklagen. 6 Häuser wurden total zerstört, darunter das Wittlaerer Gemeindehaus, zahlreiche Gebäude erheblich beschädigt, darunter die Kirche.

1947 Land NRW erwirbt Schloß Kalkum
1949 Entstehung der Künstlerkolonie Einbrungen in der ehemaligen Papiermühle. Als erster Künstler zog der Bildhauer und Maler Hermann Raddatz in die Mühle.
1952 Schloß Kalkum wird nach großzügigem Umbau Nebenstelle des Hauptstaatsarchives Düsseldorf.

Max Clarenbach, der in Wittlaer seine Wahlheimat gefunden hatte, starb im Alter von 72 Jahren.

1955 Die Wittlaerer Kirche wurde nach zehnjährigen, durch Kriegsschäden hervorgerufene Aufbau­ und Instandsetzungsarbeiten fertiggestellt.
1959 Der Porträtmaler Franzjosef Klemm, der viele Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens gemalt hatte, u.a. Konrad Adenauer und Josef Kardinal Frings, starb im Alter von 75 Jahren.
1960 Erster Spatenstich für die Kanalisation in Wittlaer
1961

Bezug der ersten Wohnungen der Siedlung „Am Krausen Baum".

Bezug der ersten Eigenheime im Neubaugebiet zwischen „Bockumer Straße" und „Fritz-Köhler-Weg“, „Grenzweg" und „Wittgatt".

1963 Wittlaer und Bockum erhielten einen Omnibusanschluß durch die Rheinische Bahngesellschaft. Die Buslinie 81 verkehrte zwischen Wittlaer und Heiligenhaus
1965

Die Wittlaerer und Kalkumer Sportler fanden sich im TV Kalkum 1911/Wittlaer zusammen.

Bezug des ersten Hauses im neuen Wohngebiet an den Straßen „Postenweg", „An der Schanz" und „Hinacker"

1966

In einer Feierstunde wurde die neue Schule am Grenzweg, die 1975 den Namen „Franz-Vaahsen-Schule" erhielt, ihrer Bestimmung übergeben.

Es war wohl das erste Mal, daß ein Beluga-Wal sich weit den Rhein hinauf gewagt hatte und bei Wittlaer vorbeischwamm.

1968 Fertigstellung der 17 Einfamilienhäuser der Siedlung „Am St. Remigius".
1970 Einweihung des neuen kath. Kindergartens am Pastoratsweg
1972 Entstehung der Wohnsiedlung am „Roßpfad" in Bockum
1973 Eingemeindungsgespräche im Norden Düsseldorfs. Landtagskommission besucht Wittlaer und Kalkum.
1974 Letzte Beschlüsse des Gemeinderates Wittlaer :

     

  1. Altenheim
  2. Kindergarten in Wittlaer. Ev. Gemeinde stellt Bauland.
  3. Chronik von Wittlaer.

In Kalkum :

Neues Feuerwehrhaus; Kommunalfriedhof; "Bollinger Hof" abgerissen; Neue Wohnungen; Straßen und Kanalausbau.

1.1. 1975 Großgemeinde Wittlaer mit Froschenteich, Bockum, Wittlaer, Einbrungen, Kalkum und Zeppenheim nach Düsseldorf eingemeindet.
1975 Der "Bahnhof" Wittlaer wird fertiggestellt.
1978 Gründung des Heimat- und Kulturkreises Wittlaer
1980

Erstes „Heimat-Jahrbuch Wittlaer", herausgegeben vom Heimat- und Kulturkreis Wittlaer.

1981 St. Sebastianus Bruderschaft Wittlaer feiert 550 jähriges Bestehen
1981 75 Jahre Freiwillige Feuerwehr Wittlaer
1982

Auf Initiative des Heimat- und Kulturkreises Wittlaer wurde die Hubertuskapelle bei Groß-Winkelhausen restauriert.

1984 Durch die Stadtwerke Duisburg wurde das vom Verfall bedrohte Haus Werth wiederhergestellt
1986 Bezug der ersten Häuser der Siedlung „Sonnenacker" in Bockum
1990

Der Außenbezirk der Wasser- und Schiffahrtsverwaltung wurde von Bockum nach Neuss verlegt.

1992

Ein heftiges Erdbeben mit einer Stärke von 5,8 der Richter-Skala erschütterte den Niederrhein. Gebäudeschäden wurden in Wittlaer nicht festgestellt.

1993

Einweihung des neuen Pfarrheims der Kath. Kirchengemeinde St. Remigius am Pastoratsweg.

1994 Großes Festprogramm aus Anlaß der 850-Jahr-Feier Wittlaers
1995 Abschluß umfangreicher Restaurierungs- und Renovierungsarbeiten in der Wittla­erer Pfarrkirche St. Remigius.
1998

Beginn der Bauarbeiten im Neubaugebiet an der Einbrunger Straße. Geplant sind 1200 Wohneinheiten.

Als Krönung der Restaurierungs- und Renovierungsarbeiten erhielt die Wittlaerer Pfarrkirche St. Remigius eine neue Orgel.

1999 Bezug der ersten Wohnungen und Häuser im Neubaugebiet Einbrungen